Schließung der Horte in Winsen ist ein falsches Signal!

Foto: SPD-Ortsverein Winsen (Luhe)

Brigitte Netz, stv. Fraktionsvorsitzende und Sprecherin im Ausschuss für Schulen und Kindertagesstätten

 

Nach dem Willen des Bürgermeisters und der Verwaltung sollen die Horte jetzt zum Auslaufmodell werden. Mit Beginn des Schuljahres 2018/2019 sollen bereits an einigen Horten keine Kinder mehr aufgenommen werden. Für uns ist das zum jetzigen Zeitpunkt ein völlig falsches Signal.

 

Die Vergrößerung des schulischen Betreuungsangebots habe laut Argumentation der Verwaltung in der letzten Sitzung des Schulausschusses zu einer verringerten Nachfrage im Hortbereich geführt. Die vorgelegten Zahlen sprechen aus Sicht der SPD allerdings eine andere Sprache: Den zum 01.08.2018 voraussichtlich in den Horten frei werdenden 79 Plätzen stehen 135 Anmeldungen gegenüber. „Der Bedarf an Hortplätzen ist also nach wie vor gegeben und rechtfertigt die geplante schrittweise Einstellung der Horte zum jetzigen Zeitpunkt in keiner Weise“, so Brigitte Netz (stv. Fraktionsvorsitzende).

Richtig sei, dass viele Eltern bereits das Betreuungsangebot der Ganztagsschulen mit der ergänzenden kostenpflichtigen Nachmittagsbetreuung in Anspruch nehmen. Richtig sei aber auch, dass mit diesem Angebot nicht das volle Leistungsspektrum des Hortes abgedeckt werde, weder quantitativ noch qualitativ. So biete der Hort z. B. an allen unterrichtsfreien Tagen und – mit Ausnahme der Schließungszeit – in allen Ferien eine ganztägige Betreuung sowie im Bedarfsfall Früh- und Spätdienste an. Außerdem sei in der offenen Ganztagsschule im Unterschied zum Hort die Qualifikation der Mitarbeiterinnen nicht geregelt.

„Für uns muss sich deshalb erst noch zeigen, ob die neuen Ganztagsgrundschulen unter den gegenwärtig geltenden Rahmenbedingungen dem Jugendhilfeanspruch auf Bildung, Betreuung und Erziehung und den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden. Gerade für unsere jüngeren Kinder darf Ganztagsbetreuung nicht aus einem „Flickenteppich offener Angebote“ bestehen. Auch Ganztagsschule muss ein Ort sein, an dem Kinder verlässlich und langfristig Bezugspersonen um sich haben, die sie täglich sehen und erleben“, so Netz.

Die Horte mit ihrer im Vergleich zur Schule guten Personalausstattung hätten hier aus Sicht der SPD überzeugende Arbeit geleistet und seien eine wichtige Ergänzung des Ganztagangebots der Schulen.

„Solange für die außerunterrichtliche Betreuung an Ganztagsgrundschulen nicht dieselben personellen und räumlichen Rahmenbedingungen wie in Horten geschaffen werden und Ganztagsschule nicht das gleiche Leistungsspektrum abdeckt wie die Horte, treten wir dafür ein, dass die Horte erhalten bleiben. Voreilige Beschlüsse, bei denen Kostenersparnisse im Vordergrund stehen, lehnen wir deshalb ab“, stellt Netz die Position der SPD fest.

Der Abstimmungsvorschlag der Verwaltung für den Ausschuss für Schulen und Kindertagesstätten am 22.02.2018 sieht derzeit keinen Beschluss vor, die Betreuungsqualität an den Ganztagsschulen denen der Horte anzupassen.

 
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