SPD-Fraktion Winsen (Luhe) fordert Transparenz zum Zustand der kommunalen Einrichtungen
Die SPD-Fraktion Winsen (Luhe) ist nach Gesprächen mit Kulturschaffenden besorgt. In den Gesprächen wird deutlich, dass nicht nur der Zustand der Stadthalle, sondern auch des Marstalls möglicherweise Versäumnisse bei der Instandhaltung und Verwaltung aufweisen. Neben baulichen Mängeln kritisiert die SPD vor allem die mangelnde Transparenz bei dem Pachtvertrag der Stadthalle.
Mit dem Bericht von Petra Golly (Konzerte in Winsen e.V.) rückte der Zustand der teilsanierten Stadthalle Winsen in den Fokus. Bilder dokumentierten, dass die Nutzung während des Musicals „Sternenstaub“ nicht vertragsgemäß erfolgen konnte und Fragen zur Sicherheit von Kindern in den Vordergrund rückten. Die Kulturausschussvorsitzende Sabine Lehmbeck ist entsetzt über den Zustand der Bühne und des Backstage-Bereiches. Doch während andere Fraktionen bereits Kritik an der Verwaltung übten, suchte die SPD in der letzten Woche gezielt das Gespräch mit den Kulturschaffenden vor Ort.
Systemische Mängel statt Einzelfälle
Das Ergebnis der Gespräche ist ernüchternd. Es geht nicht nur um punktuelle Probleme wie Fluchtwege oder Brandlasten, sondern um ein strukturelles Defizit. „Für uns ist das ein klarer Prüfungsauftrag, um zu verstehen, was wir als Politik tun können, um Lösungen zu schaffen. Ziel sollte es sein, nicht weiter zu eskalieren, sondern eine vernünftige und vor allem schnelle Lösung für alle Beteiligten zu finden.“ führt Bürgermeisterkandidatin Christine Glawe aus.
In den Gesprächen zeigte sich, dass die Problematik nicht auf die Stadthalle beschränkt ist. Auch beim Marstall zeigen sich Mängel bei Fluchtwegen und der Instandhaltung. Sehr ernüchtert nahm Glawe zur Kenntnis, dass sich offenbar seit dem vergangenen Jahr Dachziegel lösen, was bis heute zu einer Absperrung vor dem Gebäude führt. „Dieses Bild bestätigt sich, wenn man den Blick auf das Dach oberhalb der Absperrung lenkt“. Darüber wird die Toilette im Marstall stellenweise als öffentliche Toilette zweckentfremdet. Hintergrund sind die beschädigten öffentlichen Toiletten, die auch weiterhin gesperrt sind. Dadurch entsprechen die Toiletten nicht immer dem notwendigen Standard, da Reparaturen oft nur verzögert oder unzureichend erfolgen.
Forderung nach Transparenz bei Pachtverträgen
Ein Kritikpunkt der SPD ist die unklare Vertragslage. Bisher liegt der Kommunalpolitik lediglich ein Entwurf des Pachtvertrages aus dem Jahr 2020 vor – ohne die entscheidenden Anlagen, die das Klein- und Großinventar sowie die exakten Pachtflächen regeln. Ob der Vertrag in dieser Form unterzeichnet wurde, ist unklar.
Gemeinsam für Sachlösungen
Trotz der harten Kritik setzt die SPD auf Zusammenarbeit. Sabine Lehmbeck betont: „Wir wissen, dass wir nur etwas erreichen können, wenn die Kommunalpolitik zusammenarbeitet. Dennoch kann es nicht sein, dass Hinweise unserer Kulturschaffenden ignoriert bzw. unbeantwortet bleiben.“ Die SPD-Fraktion beschäftigt sich seit dem Schreiben von Frau Golly intensiv mit dem Thema und wird auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse Anträge erarbeiten, um nachhaltige Lösungen für die Winsener Kulturstätten zu schaffen.