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23. Januar 2021: Winsen wächst – aber auch bezahlbar und nachhaltig? SPD fordert ökologisch und sozial sinnvoll zu bauen

Bauen und Klimaschutz - zwei Herausforderungen unserer Zeit, die im Einklang zu realisieren sind. Das gilt sowohl für den Bau von Einfamilienhäusern als auch und insbesondere für den Bau von bezahlbarem Mietwohnraum.

Im Planungsausschuss des Stadtrates hat die Winsener SPD jetzt klare Regeln und Standards gefordert, die bereits für die Neubaugebiete „Am Luhedeich“ und „Brümmelkamp“ gelten sollen.

"Eine Mehrheit im Ausschuss hat den Antrag leider abgelehnt. Wie häufig soll es auch zu diesem wichtigen Zukunftsthema beliebig bleiben: Konkrete Maßnahmen liegen ausschließlich in der Verantwortung der Hausbauer. Hier duckt sich die Stadt ganz klar weg", so stv. Fraktionsvorsitzende Brigitte Netz. „Die Proteste u. a. der Aktivisten von „Fridays for Future“ sollten auch vom Winsener Stadtrat endlich ernst genommen werden“.

Insbesondere von den jungen Ratsmitgliedern, die sich gegen den Antrag ausgesprochen haben, sei man enttäuscht. Denn in den letzten Jahren ist es immer schwieriger geworden, bezahlbaren Mietwohnraum in Winsen zu finden. Die Wartelisten werden immer länger und die Frustration bei den Wohnungssuchenden immer größer.

„Die Winsener SPD engagiere sich konsequent für mehr Klimaschutz und mehr bezahlbaren Mietwohnraum in Neubaugebieten. Wir stimmen neuen Baugebieten deshalb nur noch zu, wenn diese Ziele angemessen berücksichtigt sind", so Netz.

Änderungsantrag zu den Vorlagen VO/20/4227 und VO/20/4230

Die SPD-Fraktion beantragt:

1. Die Entscheidung über den Entwurfbeschluss zur öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanentwurfs „Am Luhdeich“ und die Entscheidung über den Entwurfbeschluss zur öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanentwurfs Luhdorf Nr. 14 „Kleiner Brümmelkamp“ zu vertagen und

2. die Verwaltung zu beauftagen, zu folgenden Punkten Stellung zu nehmen:

a. In welcher genauen Größenordnung (Wohneinheiten) wird in den jeweiligen Gebieten ein Ergebnis erzielt, dass neuen Wohnraum für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen schafft?

b. Wie bzw. mit wem soll das Bauen von kostengünstigem Mietwohnraum bzw. sozialem Wohnungsbau gem. a) umgesetzt werden?

c. Welche Standards / Grundsätze und Ziele zur weiteren energetischen Optimierung und Klimafreundlichkeit werden für die Entwicklung von Neubaugebieten vorgegeben?

- Sollen einheitliche Standards künftig für alle neuen Wohngebiete gelten?

- Wurde für beide Baugebiete geprüft, welches Einsparpotential in kWh qm Wohnfläche in den jeweiligen Baugebieten möglich ist, wenn die Bauund Dachformen, die Firstrichtung sowie die Gebäudeanordnung und Abgrenzung von Baufeldern an der möglichen Ausschöpfung des energetischen Potential (Solarthermie bzw. Photoviltaik) orientiert wird?

- Wurde geprüft, welches Einsparpotential in kWh qm Wohnfläche in den jeweiligen Baugebeieten möglich ist, wenn statt der seit Novellierung der EnEV geltenden Werte eines KfW-70 Hauses die Werte eines Kfw-40 Hauses vorgegeben werden?

d. Welche Angebote der Stadtwerke erhalten alle Bauherren / Wohnungsbauunternehmen zur Klima schützenden Energiegewinnung, um so günstige Konditionen über Synergieeffekte für alle zu realiseren. Wie sollen die Stadtwerke beratend eingebunden werden und kann die Stadt / die Stadtwerke ansonsten die Bauherren bei der Angebotseinholung bei weiteren Dienstleistern unterstützen – vor allem, wenn die Stadtwerke keinen eigenen Produkte / Angebote vorhalten?

Soll es verpflichtende Vorgaben – mit entsprechenden Nachweisen- zur Inanspruchnahme einer Energieberatung geben?

e. Wie wird der ÖPNV angebunden und wie wird der Verkehrsraum im Wohngebiet baulich gestaltet? Welche Regeln und Standards gelten dafür z.B. Tempo 30 oder Schrittempo / gleiches Recht für alle Verkehrsteilnehmer, Anzahl der PKW-Parkplätze, E-Ladesäulen für PKW und Lastenräder / E-Bikes etc.

Gez.

Benjamin Qualmann
(Fraktionsvorsitzender)

und

Brigitte Netz
(stellv. Fraktionsvorsitzende)

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